Subtitle

Bezirk Eimsbüttel

Bei den Bezirksversammlungs- und Europawahlen am 26. Mai 2019 sind in Eimsbüttel über 40.000 Menschen mehr zur Wahl gegangen als 2014. Diese gestiegene Wahlbeteiligung steht auch für die gestiegenen Anforderungen an die Politik. Die Klimakrise ist die größte umweltpolitische und soziale Herausforderung unserer Zeit. Es ist klar, dass wir vieles ändern müssen, damit wir auch in Zukunft gemeinsam gut leben können. Bei so großen globalen Herausforderungen gilt für unse- re Koalition: Global denken – lokal handeln.
Dabei spielt auch eines der Themen, das den meisten Hamburgerinnen und Hamburgern unter den Nägeln brennt, eine zentrale Rolle: Wie organisieren wir zukünftig unsere Mobilität in der Stadt? Wir haben klare Vorstellungen und wollen die Verkehrswende im Bezirk vorantreiben, den Verkehrslärm reduzieren und die Luftqualität verbessern.

Wir wollen, dass Menschen allen Alters sicher mit dem Rad durch Eimsbüttel fahren können und dass unser öffentlicher Personennahverkehr ein attraktives, zuverlässiges Angebot für alle Menschen bietet. Damit das gelingt, müssen fahrende und parkende Autos Platz abgeben: Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger, Platz für Bäume, Platz für sicheres Radfahren. Mehr Raum für Begegnung, fürs Miteinander und für Vielfalt – das ist unser Ziel. Mit diesem Blick gehen wir an Verkehrs- und Stadtentwicklung heran. Wir wollen lebendige Quartiere, die Wohnen, Sport, Naherholung und Arbeiten noch besser verbinden.

Unsere Zentren sollen so attraktiv und sicher sein, dass man viel lieber hier seinen Einkauf erledigt, als im Internet. Denn hier trifft man sich, man sitzt in der weitgehend autofreien Straße und schnackt beim Kaffee, während die Kinder über den Spielplatz toben. Selbst an heißen Ta- gen mag man auf der Bank verweilen, weil das Grün der Bäume, Beete und Fassaden zukünftig für ein gutes Mikroklima sorgen.

Eine große und berechtigte Sorge ist zurzeit, ob man überhaupt noch eine bezahlbare Wohnung findet. Wir wollen an die Anstrengungen der letzten Jahre anknüpfen und noch mehr geförderte Wohnungen schaffen, klimagerechter bauen und alle verfügbaren Instrumente nutzen, um überteuerte Mieten, spekulativen Leerstand und Zweckentfremdung von Wohnraum zu verhindern. Damit wir nicht nur auf kurze Sicht gute Zahlen für neue genehmigte Wohnungen erreichen, son- dern langfristig die Versorgung mit ausreichend Wohnraum sichern können, wollen wir deutlich mehr alte Bebauungs- und Baustufenpläne anpacken als bisher. Das ermöglicht uns auch, die Bürgerinnen und Bürger noch besser in die Entwicklung ihrer Quartiere einzubinden. Nicht nur die reine Anzahl an Wohnungen spielt dabei eine Rolle, sondern auch die Qualität des Quartiers, damit sich Alteingesessene und Neu-Eimsbüttelerinnen und -Eimsbütteler wohlfühlen.

Durch den notwendigen Wohnungsneubau verändert sich unser Bezirk. Da wo wir Neues schaffen, geht manchmal auch etwas Altes, Geschätztes und Wertvolles verloren: Eine grüne, freie Fläche oder ein alter Baum. Diesen Zielkonflikt können auch wir nicht vollkommen auflösen. Wir werden ihn gestalten, indem wir dafür sorgen wollen, dass Eimsbüttels Bäume auch in Eimsbüttels Stadtteilen ersetzt werden und gezielt neue Grünflächen geschaffen und bestehende erweitert werden.

Doch nicht nur auf dem Wohnungsmarkt ist die Lage derzeit schwierig. Auch das Handwerk muss echte Herausforderungen dabei meistern, die notwendigen Räume für den Betrieb zu finden. Hierbei wollen wir noch besser unterstützen und an innovativen, verdichteten Konzepten arbeiten, damit diejenigen, die wir für unsere Stadtentwicklung dringend brauchen und die wichtige Arbeitsplätze schaffen, auch Teil unserer lebendigen Quartiere sein können.

Eimsbüttel ist unter anderem durch die Universität und die Vielzahl an sozialen und kulturellen Angeboten prädestiniert als Standort für Innovation. Wir wollen gezielt die Rahmenbedingungen schaffen, die Neugründungen anlocken und ihnen Weiterentwicklungsmöglichkeiten bieten. Dazu werden wir eine zentrale Kontaktstelle für die Betreuung von Gründerinnen und Gründern im Bezirksamt schaffen. Eine Investition in Zukunftstechnologien ist auch eine Investition in die Gesellschaft unseres Bezirks.

Für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Betriebe erfüllt der Bezirk eine Vielzahl von Dienstleistungen. Wir wollen bis 2024 möglichst alle Dienstleistungen auch auf digitalem Wege anbieten. Diskriminierung, Hass und Hetze haben bei uns keinen Platz. Eimsbüttels Lebendigkeit und Lebensqualität resultiert auch aus der Vielfalt unseres Bezirks. Von den ganz unterschiedlichen Menschen, mit den verschiedensten Lebensentwürfen und Meinungen, mit unterschiedlichen Talenten und Mentalitäten. Wir wollen dieses Mit- einander stärken. Dafür ist die soziale Infrastruktur besonders wichtig. Wenn der Bezirk wächst, muss diese selbstverständlich rechtzeitig mitwachsen. Das gilt für Kitas wie für die Gesundheitsversorgung, für Angebote an Seniorinnen und Senioren wie für die offene Kinder- und Jugendarbeit, für Sport wie für Schule.

Auch in Eimsbüttel stoßen immer noch Menschen auf Barrieren. Diese Barrieren wollen wir abbauen und den Weg in eine inklusive Gesellschaft ebnen. Eine Gesellschaft in der jede und jeder dabei sein und mitgestalten kann.
Mit den Bürgerinnen und Bürgern zusammen gestalten – das ist unser Verständnis von der Art und Weise, wie wir Politik im Bezirk machen wollen. Wir wollen über unsere Ideen, Vorschläge und Ziele mit den Menschen im Bezirk diskutieren. Wir wollen einen besseren Einblick in unsere Politik möglich machen, zuhören, verstehen, Neues entwickeln, im Einzelfall auch Unangenehmes erklären und dabei voneinander lernen. So schaffen wir eine gute Basis für die zu treffenden Entscheidungen.

Der Koalitionsvertrag
Der Koalitionsvertrag